Gasthäuser in Engelmannsbrunn

 

Mühlgasse 1
 
Früher Nr. 1 
 

In den Grundbüchern scheint 1713 das Haus Nr. 1 als Neubau auf.

1796: Karl Brand, Sohn des Fleischhackermeisters Joseph Brand aus Theras, erwirbt das Haus. Im selben Jahr heiratet er Maria Anna, die Tochter des Schmiedmeisters Anton Liebl von Nr. 6. Karl Brand ist laut Grundbuchsauszug vor/um 1811 verstorben, aber nicht in den Pfarrmatriken eingetragen.

Die Witwe hat 1811 den Fleischhauer Johann Laimberger aus Kirchstetten geheiratet. 1812 wurde die Ehe geschieden, Anna Maria Laimberger erwarb das Haus bei der Versteigerung.

Das Haus wurde 1830 von Sohn Leopold Brand (geb. 1799) und seiner Gattin Anna geb. Ditl erworben. 1836 stirbt Leopold Brand, nunmehr Fleischhauer und Gastwirt, mit 36 Jahren am typhösen Nervenfieber.

Im selben Jahr heiratet die Witwe Anna Brand den Hauer Benedikt Köckeis von Nr. 37, der mit ihr die Gastwirtschaft führt. Anna stirbt 1841 mit 35 Jahren am Nervenfieber. 

1842 kaufen Josef Brunhölz und Maria geb. Maringer das Gasthaus, er ist Binder und Gastwirt. 

Danach Ignaz und Barbara Schwanzer

1874: Franz Kellner, verstorben 1886.
 
Seine Witwe Anna heiratete 1886 den Bindermeister und Gastwirt Josef Hofmann und führte das Wirtshaus weiter.
 
1895 wird das Gasthaus anlässlich einer Ackerversteigerung in der Wiener Zeitung erwähnt.
 
 
Hofmanns Gasthaus in Engelmannsbrunn, Ansichtskarte ca. 1900 
 
 
Hochzeitsgesellschaft Katharina Mantler und Joseph Eckhardt vor ihrem Gasthaus 1909  
 
    
      
Ausschnitte aus der Kremser Zeitung von 1905 und zwei Mal von 1907
 
Einträge im Kassabuch des Gasthauses
 
 
Die Ziehtochter Katharina Mantler erbte das Anwesen und heiratete 1909 Josef Eckhardt aus Wagram. Leider währte diese Ehe nur kurz, Josef starb an Zuckerkrankheit und Katharina heiratete 1914 Michael Eichberger. Dieser war der letzte Wirt in Engelmannsbrunn.
 
 
Wirtsleute Katharina und Michael Eichberger mit Gästen, Kindern und Helfern
 
 
Legendär sind die Kirtage, wo groß aufgekocht wurde, ein Ringelspielmann seine Bude aufstellte und zum Tanz geladen wurde. Der letzte Kirtag wurde 1938 veranstaltet. 1954 wurde das Gewerbe abgemeldet.
  
Ein Bosniake mit (wahrscheinlich) Essig in seinem Fass.
 
 
 
Das Haus in neuerer Zeit.  
 
 
Am oberen Ortsende gab es ein Rasthaus für Fuhrwerke mit Übernachtungsmöglichkeit im Haus Schmied – Elsensohn, wobei der Teil, wo die Familie Schmied wohnt, der Einstellplatz und die Gaststube und der obere Teil, jetzt bewohnt von Familie Elsensohn, die Herberge war. So berichtet die Familie Schmied, nach Überlieferung ihrer Vorfahren. Die Fuhrwerke aus oder vom Wein- und Waldviertel konnten auf ihrem Weg in den Hof einfahren und denselben ohne Wenden wieder verlassen. Familie Schmied fand vor Jahren beim Umbau eine Münze an der Türschwelle des ehemaligen Hauses. Ansonsten weist nichts mehr auf eine Gaststätte hin.
 
 
Das ehemalige Rasthaus am oberen Ortsende von Engelmannsbrunn

 
 
Quellen:
 >900 Jahre Engelmannsbrunner Geschichte, Marianne Eckart, 2015
Einträge in den Amtsblättern von 1886 bis 1967, erfasst von Herbert Eder, Kollersdorf
Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram
 
Fotos und Ansichtskarten: Marianne Eckart, Engelmannsbrunn 
 
 
 
Februar 2021, letzte Änderung September 2022
Maria Knapp