Kleindenkmäler in Kollersdorf
 
Hl. Antonius
 
Das Denkmal mit einer Freiplastik des Hl. Antonius stand ursprünglich weiter nördlich in den Feldern und wurde im Zuge der Kommassierung in den 1960er Jahren versetzt und bei der Errichtung der Baustoffverwertungsanlage Kollersdorf an den jetzigen Standort neben das Tor zur dieser Anlage versetzt.  
 
Bei diesen Arbeiten dürfte die Figur des Heiligen abgebrochen sein – auf älteren Fotos ist sie noch vorhanden.
 
Das Denkmal dürfte nach der Art der Darstellung in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts aus Zogelsdorfer Sandstein hergestellt worden sein und ist auch in der Josephinischen Landesaufnahme um 1780 eingezeichnet.
 
 
Bachmayer-Kreuz
 
Das Holzkreuz steht an der Straße nach Altenwörth, nicht weit vor Beginn der Gigginger Freiheit, an einer Weggabelung, von der ein Weg zur Haniflacke führt. Flankiert ist das schlichte Kreuz mit dem Corpus Christi von zwei hohen Thujen. Die Blumen am Kreuz werden regelmäßig erneuert.
 
Warum dieses Kreuz der Familie Bachmayer zugeordnet wird, ist nicht bekannt. Allerdings war der Name Bachmayer dank der vielen Kinder, die früher allgemein geboren wurden, recht häufig.
    
  
 
Eder-Kreuz
 
Dieses Holzkreuz mit dem Corpus Christi ließ Frau Margareta Eder aus Sachsendorf im Jahr 1990 beim Sportplatz Kollersdorf setzen.
 
Roswitha und Josef Miltner haben das Kreuz im Jahr 2021 in Eigenregie restauriert. Sie haben das alte Rankgitter aus Eisen gegen einen Holzbogen ausgetauscht. Die Segnung nahm Kaplan Pater Pierre vor.
  
Hl. Florian
 
Der Tabernakelbildstock mit einer Statuette des Hl. Florian befindet sich einige hundert Meter außerhalb des Ortes, rechts an der Straße nach Neustift.
 
Das Marterl hat nach drei Seiten rundbogige, verglaste Öffnungen, die mit einem Ziergitter versehen sind. Das Pyramidendach trägt ein einfaches Kreuz. Der Bildstock ist relativ neu, noch vor 50 Jahren stand hier ein Stangenbild des Hl. Florian.
Ein Denkmal war auch in der Josephinischen Landesaufnahme um 1780 eingezeichnet.
  
Hl. Florian
 
Der Heilige Florian an der Westseite des Feuerwehrhauses wurde Anfang der 1990er Jahre von Herrn Jesenko gemalt und 2022 von dessen Sohn Jörg Jesenko aus Spillern restauriert.
Hahnkreuz
 
Dieses Dachkreuz aus Holz ziert ein Blechschnitt-Christus. Es befindet sich nördlich der Schnellstraße S5 auf dem Weg nach Mallon.
 
Auf dem Giebel befindet sich ein Wetterhahn, der sich mit dem Wind dreht.
     Der Hahn von Westen und von Osten gesehen.

    
 
Kriegerdenkmal
 
Die Errichtung des Kriegerdenkmales ließ lange auf sich warten. Das Fehlen von Hinweisen in den Gemeindeakten lässt darauf schließen, dass sich die Gemeinde an den Errichtungskosten nicht beteiligt hat. Vermutlich ist der Bau durch Spenden der Ortsbevölkerung und mit Unterstützung der Kriegsheimkehrer finanziert worden. Bestärkt wird diese Vermutung durch die Inschrift am Obelisken:
 
Den tapferen Kämpfern
für des
Vaterlandes Ehre
die Ortsbewohner
1939 - 1945
 
Das Denkmal ist in Wachauer Marmor ausgeführt. Der auf einem Betonfundament stehende Obelisk ist mit einer zirka 90 cm hohen Ummauerung aus Bruchsteinen eingefasst. Einige Stufen führen zum Denkmal hinauf.  Auf der mit Steinplatten ausgelegten Umrandung ist ein Geländer aufgesetzt. Drei Deckplatten am Sockel des Obelisken tragen die Namen und, mit wenigen Ausnahmen, ein Bild in einem Medaillon der Gefallenen und Vermissten des 1. Weltkrieges. Am Obelisk sind auch ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen und ein Relief aus Bronze,  bezeichnet F. Meixner 1919, angebracht.  Darauf dargestellt ist ein an eine Kanone gelehnter, gefallener Krieger mit Engel.
 
Die Weihe nahm Pfarrer Josef Dedelbacher 1927 vor. In der Pfarrchronik hält er dieses Ereignis für die Nachwelt fest: Am 14. August 1927 ging ein heißer, langjähriger Wunsch der Kollersdorfer Bevölkerung in Erfüllung. Das neue Kriegerdenkmal wurde enthüllt und geweiht. Von prachtvollem Wetter begünstigt und der Beteiligung der Heimkehrerverbände der ganzen Umgebung gestaltete sich das Fest als eine glänzende Manifestation. Als Festredner fungierte Herr Generalmajor a. D. Baron Erwin Freiherr von Lempruch in ausgezeichneter Weise. Letzterer hatte gute private Kontakte zu Pfarrer Dedelbacher, die sie Zeit ihres Lebens verbunden haben dürfte.
 
    
Kriegerdenkmalweihe, 1927 - Ansichtskarte, 1930
Herbert Eder
 
 
Am 19. August 1956 traf der Gemeinderat die einstimmige Entscheidung, die Namen der gefallenen Krieger des 2. Weltkrieges anbringen und das Denkmal entsprechend einer Skizze von Steinmetzmeister Friedrich Miller aus Krems erweitern zu lassen. Die ursprünglich quadratische Konstruktion erhielt dadurch ihr trapezförmiges Aussehen.
Über die Weihe berichtet Pfarrer Wilhelm Grubmüller in der Pfarrchronik: Am 3.11.1957 wurde in der Gemeinde Kollersdorf und Sachsendorf das Kriegerdenkmal neuerdings geweiht, nachdem zuvor je 2 Steintafeln mit den Namen der im 2. Weltkrieg Gefallenen angebracht worden waren. Die 2. Sonntagsmesse wurde aus diesem Anlass in der Kapelle in Kollersdorf gefeiert und hernach in feierlicher Prozession zu den beiden Denkmälern gezogen, wo in Ansprachen und Gebet der Gefallenen des letzten Krieges gedacht wurde.
 
1985 standen Sanierungsmaßen und die Vergoldung der Inschriften an.
 
     
Um 1985, Herbert Eder 
Frostschäden am Bruchsteinmauerwerk erforderten im Jahr 2017 eine Generalsanierung der Anlage. Mit Unterstützung der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram, der NÖ Dorf– und Stadterneuerung und des Dorferneuerungsvereins konnte dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Die Segnung nahm Pfarrer Maximilian Walterskirchen am Sonntag, den 19. November 2017 vor. Gemeindebundpräsident, Bezirkshauptmann und Bürgermeister sprachen Grußworte, die Blasmusik Kollersdorf-Sachsendorf spielte auf, eine Weinkost der örtlichen Winzer beschloss die Feier.
 
    
Magerl-Kreuz
 
2019 verunglückte der 68-jährige Kurt Magerl nahe seinem Hause beim Fällen einer 15 m hohen Esche tödlich. Am Sterbetag im Jahr 2021 wurde an der Stelle des Unfalls das dort gesetzte Gedenkkreuz von Pater Pierre gesegnet.
 
Musikus
 
Die vom international bekannten Mauternbacher Künstler Fritz Gall aus Anlass des 60. Geburtstages des Musikvereines Kollersdorf - Sachsendorf geschaffene Skulptur der „Musikus“ ist ein Arrangement aus verschiedenen Blechblasinstrumenten auf einer drei Meter hohen Edelstahlkonstruktion. Die das Kulturgut Blasmusik symbolisierende Skulptur steht vor dem Musikheim in Kollersdorf. Am 21. Juni 2009 fand die feierliche Enthüllung und Segnung statt.
 
     
Aus den Anfängen des Musikvereins Kollersdorf-Sachsendorf
 
    
Der Musikus vor dem Musikheim Kollersdorf
 
Wegkreuz
 
Das Brettkreuz steht an einem Feldweg südlich von Kollersdorf in Richtung Altenwörth. Das Kreuz mit dem Corpus Christi ist mit einem geschwungenen Blechdach geschützt.
   
 
 
Weißes Kreuz
 
Der Tabernakelpfeiler befindet sich links außerhalb des Ortes in Richtung Neustift. Der abgefaste Pfeiler hat eine Nische, die nach Süden und Osten geöffnet ist. Auf dem Pyramidendach thront ein schmiedeeisernes Kreuz.
 
Das Marterl ist bereits in der Karte der Josephinischen Landesaufnahme eingezeichnet.
 
 
 
 
Woad-Kreuz
 
Dieses Brettkreuz mit dem Corpus Christi steht an einem Feldweg südlich des Sportplatzes an einer Abzweigung unter eine Kastanie. Es wurde anstelle eines älteren Kreuzes im Jahr 2007 errichtet.
 
Die „Woad“ war die Weide, auf der nach der Getreideernte das Vieh geweidet wurde. 
 
  
 
Denkmäler, die nicht mehr zugeordnet werden können

Verwilligung einer Creitz Saullen. Hertzogburgl: Underthan an dem Kürchberger Weeg in hiesiger Freyheit zu Kollerstorf ein hiltzene Martersaulle aufzusetzen verwilliget wordten
(= Datum fehlt, ist nach dem 19.3.1700 eingeschrieben worden; fol 295).
Marterseillen zu Kollersdorf. Der Gemein zu Kollersdorff wirdt erlaubt auf der Herrschaft Gravenegg Freyheit bey Kollersdorff am Todtenweg weegen gethanen Gelübts Zueverhüttung göttlichen Zorn undt abwenden der Pest zusezen undt aufzurichten. Item dem Johann Fischer undt Martin Fischer wegen Ihres Schwehen Vater (= Schwiegervater) gethanen Gelübtt außerhalb Kollersdorf wo die wiesen an den Neüstifter weeg stößen eines aufzurichten bewilliget. (= Kein Datum angegeben, Bericht ist zu finden zwischen dem 14.10.1668 und dem 25.2.1669.)
Quelle: Martersäulen vor 1700: Hans Windbrechtinger, Heimatforscher aus Straß, hat in seinem Buch „Martersäulen zu setzen erlaubt …“ Kleindenkmäler aus unserer Gemeinde genannt, deren Errichtung zwischen 1651 und 1704 bewilligt wurde.
AT-OeStA/HHStA SB HA Grafenegg Handschriften 24 
 
 
Quellen:
Pfarrchronik Altenwörth
Pfarrmatriken Altenwörth
DEHIO-HANDBUCH - Die Kunstdenkmäler Österreichs; Niederösterreich nördlich der Donau, 1990
Dr. Rudolf Delapina: Diverse Unterlagen
Dr. Johannes Ramharter, Kleindenkmäler in Kirchberg am Wagram, 2005, (Manuskript am Gemeindeamt)
 
 
August 2023
Maria Knapp