Franz Xaver Taunbauer

(geb. 24.11. 1775 in  Kirchberg am Wagram Nr. 33, gest. am 19. Jänner 1864 in Admont). 

 
Franz Xaver Traunbauer, Sohn des Kirchberger Hutmachers Mathias Traunbauer und seiner Gattin Katharina verspürte frühzeitig große Liebe zur Musik. Er fasste den Entschluss,  Lehrer zu werden, da ihm dies die Gelegenheit bot, sich in der Musik  weiterzubilden. Er absolvierte den Präparandenkurs zu St. Anna in Wien 1 und legte 1792 die Lehrbefähigungsprüfung ab. Gleichzeitig nahm er Unterricht bei Johann Georg Albrechtsberger (1736–1809, Musiktheoretiker, Komponist und Kontrapunktist) im Generalbass.

1792, mit erst 17 Jahren,  nahm er ein Lehramt an der k. k. Haupt- und Musterschule in Admont (Stmk.) an und versah es durch volle 62 Jahre bis 1854. Von  1794 bis 1856 war er Organist an der Chrismann-Orgel in der Stiftskirche in  Admont (eine bedeutende Orgel, die beim Brand der Kirche im Jahr 1865 zerstört wurde).

1851 wurde er in Würdigung seiner Doppelfunktion als Lehrer und Organist mit dem silbernen Verdienstkreuz mit der Krone ausgezeichnet. Eine Verletzung und darauf folgende Verkrüppelung der Hand machte seiner Tätigkeit auf der Orgel ein Ende. Später brach er sich im Winter ein Bein und ging bis zu seinem Tod im Jahr 1864 auf Krücken.

Als Kaiser Franz I. bei seinem Besuch in Admont Traunbauer die große Chrismannische Orgel so meisterhaft spielen hörte, wollte er ihn als Hoforganisten nach Wien berufen. Der Künstler zog es aber vor, in Admont bei seiner Lieblingsorgel zu bleiben. Ob Traunbauer auch selbst komponierte, ist nicht bekannt, Kompositionen hat er nicht hinterlassen und wurden auch im Musikarchiv des Stiftes Admont nicht gefunden.  

Waren welche vorhanden, so läßt seine Eigenart wohl darauf schließen, daß er dieselben verbrannt habe. Ueberhaupt hatte er etwas vom Sonderlinge an sich, war schwer zugänglich, ein verschlossener Mensch, woraus sich auch erklärt, daß über ihn nichts Näheres bekannt ist. Uebrigens war er ein strenger Contrapunctist, und der kurze Nekrolog, den mein verewigter Freund J. von Hoffinger ihm gewidmet hat, hebt mit den Worten an, daß Traunbauer als einer der größten Meister auf dem gewaltigsten aller Instrumente, der Orgel, gerühmt wurde, wie auch von Alois Fuchs, einem Fachkenner, ihm nachgerühmt wird, daß von seinem vortrefflichen Orgelspiele Kenner und Laien entzückt waren, und die schon erwähnte Mittheilung aus der Admonter Stiftsrentei bemerkt, daß Traunbauer’s Präludien auf der Orgel noch heute in gutem Andenken stehen.
Quellen: Oesterreichische Ehrenhalle. Von Joh. Ritter von Hoffinger. III. Jahrg. (1865), S. 35. 
Allgemeine Wiener Musik- Zeitung (4°.) 1843, Nr. 23: „Beiträge zu einer Tonkünstlergeschichte Oesterreichs“. Von Alois Fuchs. 
Wiener Zeitung (gr. 4°.) 1864, Nr. 23.), veröffentlicht in https://de.wikisource.org/wiki/BLK%C3%96:Traunbauer,_Franz
 
In der „Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark“, (1962, S. 211) heißt es, Franz Traunbauer habe als einer der besten Orgelspieler Österreichs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegolten.
 
Die große Orgel in der Stiftskirche Admont wurde 1856 vom Salzburger Orgelbauer Ludwig Mooser restauriert
...und in ihrer ursprünglichen Vollkommenheit wieder hergestellt. Es spielt sie aber auch mit eben so großer Geläufigkeit als erstaunlicher Kunstfertigkeit schon beinahe durch ein halbe Säculum Meister Traunbauer, der Nestor der jetzt lebenden Organisten (er zählt bereits über 80 Jahre). Die Gnade Sr. Majestät zeichnete Herrn Franz Traunbauer im Jahre 1851 mit dem silbernen Verdienstkreuze mit der Krone aus, und erst vor zwei Jahren verließ der geehrte Veteran nach mehr als 60jähriger Dienstzeit das Lehrfach.
(Salzburger Kirchenblatt, 13.11.1856, veröffentlicht in ANNO)
 
 
 
Mai 2020, letzte Änderung Februar 2024
Maria Knapp