Die Herren von Winkl als Vögte

 

Der Kirchberger Heimatforscher Dr. Rudolf Delapina (1883 - 1965) hat neben der Erforschung der Gemeinde Kirchberg u.a. auch zwei Bücher mit insgesamt über 500 Seiten über die Herren von Winkl verfasst. Der Übersichtlichkeit halber sind die Texte auf verschiedene Artikel aufgeteilt. 
 

Das Verhältnis der Herren von Winkel zu ihren geistlichen Nachbarn, dem Bistum Passau d.h. dem Domkapitel, dem der Pfarrbezirk St. Stephan am Wagram – Oberstockstall verliehen war (der Pfarrhof u. Meierhof dieser domkapitlischen Pfarre war nur einige  Minuten von der Veste Winkelberg entfernt) und der Niederaltaicher Klosterfiliale in Absdorf war nicht immer ein ungetrübtes, weil die Herren von Winkel als VOGTHERRN zu sehr auf ihren Vorteil bedacht waren: 1222 kam es zu einem Streit zwischen Ortlieb von Winkel und dem Domkapitel zu Passau, dem die Einkünfte der Kirche St. Stephan am Wachrein zukamen. Der Streit endigte damit, dass Ortlieb das ausschließliche Recht erhielt, im Markte Kirchberg am Wagram Herbergen zu halten.

1225 geriet Ortlieb von Winkel in Konflikt mit Abt Poppo von Niederaltaich wegen Bedrückung und willkürlicher Auslegung der Vogteirechte von Abtsdorf und Kirchheim durch Ortlieb von Winkel. Ortlieb erhielt im Vergleiche der den Streit beilegte, ein Lehen in Kirchheim.

1280 kam es zu neuerlichen Zwistigkeiten zwischen den Brüdern Ortlieb und Hadmar von Winkel und dem Kloster Niederaltaich wegen der Impawmühle in Absdorf.

1330 war Herzog Albrecht gezwungen, Weikardt von Winkel vor weiteren Bedrückungen der Klosteruntertanen Niederaltaichs zu warnen und die Bestellung eines anderen Vogtes anzudrohen.

1348 wurde Weikardt von Winkel als Vogt enthoben und an seiner Stelle Graf Ulrich von Pfannberg als Vogt bestellt.

 

Mai 2013
Maria Knapp